Die Gemeinde

Liebe Roswitha!

Nun verlässt Du uns also - nach bald 30 Jahren!

Natürlich – wir wissen, dass Du nicht im Streit mit uns gehst, dass Du Dich nicht gegen Hilchenbach sondern für Ferndorf entschieden hast. Wir ahnen ein bisschen, was der Superintendent sich dabei gedacht hat, als er Dir die neue Aufgabe ans Herz gelegt hat.

Natürlich verstehen wir, dass es eine große Chance ist, einen Neustart hinlegen zu können in Deinem Beruf, den Du sehr liebst, und das, obwohl das Ende Deiner Berufstätigkeit schon in wenigen Jahren winkt...

Natürlich wissen wir, dass Du in Ferndorf gebraucht wirst und die Geschwister sich sehr auf Dich freuen…

Aber dennoch, gestatte uns ein bisschen Wehmut:

Es war eine lange und turbulente Zeit mit Dir; Du hast über viele Jahre besonders die Dörfer betreut, hast mit Leidenschaft gepredigt und als treue Seelsorgerin Kranke und Sterbende begleitet, wobei Dir und uns Deine Zusatzausbildungen sehr zugute kamen. Aber wir kennen auch Deine temperamentvolle Seite, erlebten Dich als ausgesprochen geradlinig, diskussionsfreudig, ja auch oft als etwas sperrig und umstritten. (An die Krisenzeiten in unserer Gemeinde denken wir nur ungern zurück. Die haben uns allen, besonders aber Dir, viel abverlangt.)

Du hast vieles im Hintergrund bewirkt, Gremien- und Verwaltungsarbeit geleistet, Sitzungen intensiv und akribisch vorbereitet und uns dadurch sehr viel Zeit und Arbeit erspart. Wir werden in nächster Zeit wahrscheinlich erst merken, was Du uns alles abgenommen hast.

Deine Ideen und Anstöße werden uns fehlen, so verdanken wir Dir z.B. die Guten-Abend-Kirche und auch die Aktion 12x5, die beide schon seit 2005 in der Gemeinde etabliert sind.

Aber nicht nur wir müssen mit den Veränderungen nun klar kommen, statt der vier Pfarrer, die bis vor kurzem für die Gemeinde zuständig waren, sind es jetzt nur noch zwei, Hans-Jürgen Uebach und Herbert; auch für Dich brechen neue Zeiten an: statt einer halben Stelle hast Du nun eine ganze, mit allem, was dazu gehört. Wir verstehen auch Deine Freude über Deinen ersten eigenen Terminkalender, in dem nun nur Deine eigenen Termine stehen werden, keine Absprachen mehr mit Deinem Ehemann nötig sind… .

Und wir freuen uns mit den Ferndorfern, die nach längerer Vakanz und den vorangegangenen schwierigen Zeiten nun eine fähige und engagierte Pfarrerin haben.

Mach Dir um uns keine Sorgen, wir haben viel gelernt und werden mit unseren beiden Pfarrern gut zurecht kommen. Außerdem bist Du ja nicht allzu weit weg!

Alles Gute und Gottes Segen für Dich und Deine Arbeit wünscht Dir

Dein Presbyterium