Bildungsarbeit / Freizeiten

Urlaub und Kirche –
und was sie miteinander zu tun haben (könnten)

Zunächst möchte ich Sie einladen, selbst zu diesem Begriffspaar frei zu assoziieren. Und vielleicht möchten Sie sich auch noch vorstellen, was dem einen oder anderen in Ihrer Umgebung oder in unserer Gemeinde wohl dazu einfallen würde.  Der eine oder andere Haupt- oder Ehrenamtliche würde womöglich das „und“ durch ein „oder“ ersetzen. Urlaub oder Kirche? Würden wir vielleicht hören: „Ein richtiger Urlaub ist es erst, wenn ich die Kirche mal sein lasse“ oder „Endlich mal Urlaub von der Kirche“?

Doch ich bin mir sicher, dass so manche/r ein klares „und“ zwischen diesen beiden Worten stehen lassen würde. Diejenigen, die sich auch im Urlaub in ihrer Kirche engagieren oder Reiseangebote der Kirche nutzen. Die am Urlaubsort den Gottesdienst besuchen, gerne besonders schöne und imposante Kirchen besichtigen oder ein Konzert in einer Kirche genießen.

Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr Erinnerungen aus meinem Leben fallen mir zu diesem Begriffspaar ein. Wie ich in einem Fahrradurlaub in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder Halt machte, um ein wenig in - meist schlichten – Dorfkirchen zu verweilen, inne zu halten, die Stille und den Raum auf mich wirken zu lassen, um manchmal auch eines der ausliegenden Gesangbücher in die Hand zu nehmen und ein paar Lieder zu singen oder einen Psalm zu sprechen. Oder wenn ich Urlaub an einem früheren Wohnort machte, neben Freunden und Lieblingsplätzen „meine alte Kirche“ aufsuchte und es ein wenig war, wie nach Hause zu kommen.

Doch es bleibt nicht bei den Erinnerungen. Ich denke darüber nach, was ich mir von einem Urlaub wünsche, ja, was ich brauche, damit ich mich danach wieder gut meinen Aufgaben stellen kann. Damit ich manches ablegen, mich befreit fühlen, aufatmen, Kraft tanken, mich sortieren und ausrichten kann. Natürlich fallen mir da auch viele andere schöne Dinge ein, – aber eben auch der eine oder andere kostbare Moment in einer Kirche. Und ich nehme mir vor, auch in meinem nächsten Urlaub eine Kirche zu betreten, meine Seele im Urlaub nicht nur baumeln zu lassen, sondern mit ihr an einen Ort zu gehen, an dem es ihr manchmal leichter fällt zu tun, wozu Psalm 103 schon einlädt: „Lobe den Herrn meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Möglicherweise sind dann auch die Worte eines anderen Psalmes oder eines Liedes für mich genau richtig – zum Beispiel aus Psalm 62: „Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.“ Vielleicht wird es auch nur ein Seufzer oder ein Innehalten sein – das weiß ich heute noch nicht.

Aber ich bin mir sicher, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen etwas Wertvolles mal wieder in den Blick bekommen habe. Und ich spüre so etwas wie Vorfreude (dabei muss ich noch nicht mal bis zum Urlaub warten). Vielleicht sprechen wir uns irgendwann nach der Urlaubszeit und ich darf hören, wie es Ihnen im Urlaub in einer Kirche ergangen ist?

Ihre
Dorothee Hoffmann