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Einführungsgottesdienst in der Nikolaikirche Siegen
Dipl. Psychologin Simone Weiß leitet die EFL

In ihr neues Amt als Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des Evangelischen Kirchenkreises Siegen wurde Dipl. Psychologin Simone Weiß am vergangenen Sonntag (23. September 2018) im Gottesdienst in der Nikolaikirche Siegen von Superintendent Peter-Thomas Stuberg eingeführt.

Die Leitung der EFL, so Stuberg, sei ein geistlich begründetes Amt, das Auftrag, Berufung und Verheißung habe. Als ehemaliges Teammitglied sei Simone Weiß vom Kreissynodalvorstand nun zur Leiterin der kirchlichen Einrichtung berufen worden. Sie stehe für Transparenz, Struktur und Kollegialität und müsse zudem nun Leitungsverantwortung wahrnehmen. Dazu gehöre auch die Repräsentation der Einrichtung nach außen.

„Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jeremia 29, 11) Dieses Bibelwort bezog der Superintendent in seiner Einführungspredigt auf die Arbeit der kirchlichen Beratungsstelle, die oft von Menschen aufgesucht werde, deren Gedanken in ihrer eigenen Welt die Wirklichkeit ersetzt hätten und zerstörerisch wirkten. In der EFL werde nicht selten für solche Menschen, die sich fremd geworden seien, eine neue Wirklichkeit formuliert und ein Bild entworfen, in das man getrost gehen könne. Stuberg: „In diesem Bibelwort stellt sich Gott als der vor, der sich ehrlich freut, wenn er dich und mich aufleben lässt. Gott, der Herr der Zeit, gibt auch durch die Arbeit der EFL Menschen Zukunft und Hoffnung.“

Musikalisch gestaltete die Kantorei Siegen unter Leitung von KMD Ute Debus den Gottesdienst.

Nach dem Gottesdienst fand im benachbarten Gemeindehaus Altstadt ein Empfang statt. Verena Böcking, stellvertretende Bürgermeisterin der Universitätsstadt Siegen, und Jutta Capito, stellvertretende Landrätin, fanden lobende Worte für die Einrichtung des Kirchenkreises, die Unterstützung, Hoffnung, Perspektive und Seelsorge für alle Menschen biete. Über 1300 Klienten hätten sich im letzten Jahr an die EFL gewandt. Aus der Region sei die Einrichtung mit ihrem kostenfreien Angebot nicht mehr wegzudenken.

Der Vorsitzende des Fördervereins der EFL, Prof. Manfred Zabel, bezog sich in seinem Grußwort auf den israelischen König Salomo, der für seine Regierungsaufgabe Gott um ein verständiges Herz gebeten habe. Für die Leitungsaufgabe in der EFL seien mit Professionalität und Einfühlungsvermögen eine Mischung von Distanz und Nähe erforderlich. Beratungsarbeit sei Schwerstarbeit und brauche Kraft.

Für die Stiftung EFL zitierte Gerd Doege in seinem Grußwort Rabbi Tarfon aus dem Talmud: „Nicht liegt es an dir, das Werk zu vollenden, aber du bist auch nicht frei, davon abzulassen.“ Er wünschte, dass viel Segen auf der Arbeit der EFL ruhe.

Superintendent Stuberg wusste es zu schätzen, dass die kirchliche Einrichtung, die anonym arbeite, dennoch überaus wohlwollend zur Kenntnis genommen werde. Eine hohe Verbundenheit sei in der Bevölkerung zu registrieren. Er dankte den Mitarbeitenden der EFL für ihre Arbeit: „Was immer wir hier machen, letztlich kommunizieren und leben wir das Evangelium.“ Stuberg erinnert an den vor kurzem verstorbenen Professor Hans-Heinrich Goßmann, der sich sehr für die EFL-Stiftung eingesetzt habe. Zum Erhalt des Angebotes, so wurde deutlich, sind jährlich 150.000 Euro an Spenden erforderlich.

Der Empfang im Gemeindehaus Altstadt wurde von Ann-Kathrin Hemmersbach (Saxophon) und Johannes Koch (Gitarre) musikalisch bereichert.

Das letzte Wort hatte die neue Leiterin Simone Weiß. Sie sieht sich in ihrer Aufgabe nicht alleine. Zur Seite stehe ihr ein großartiges Team von Mitarbeitenden und auch die Menschen des Fördervereins und der Stiftung. Hinzu kämen die Spender und die Mitarbeitenden im Kirchenkreis. Weiß: „Und einer ist da, der über uns alle wacht. Nein, ich bin nicht alleine, wir sind viele. Die EFL lebt und atmet gleichmäßig. Und in ihr schlägt ein großes starkes Herz.“

Die gebürtige Wittgensteinerin absolvierte zunächst in den neunziger Jahren eine Ausbildung zur examinierten Krankenschwester am Jung-Stilling-Krankenhaus und arbeitete als Krankenschwester im Siegerland. Dann zog sie nach Köln und studierte neben der Arbeit auf einer Intensivstation Psychologie an der Universität Bonn. Nach Abschluss ihres Studiums und einer mehrjährigen Tätigkeit im Bereich der Familienrechtspsychologie sowie der forensisch-psychiatrischen Forschung kehrte sie in ihre Heimat zurück und fand 2015 eine Arbeitsstelle im Team der EFL, deren Leitung sie nun innehat.

kp

Simone Weiß (im Bild rechts) leitet seit kurzem die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Evangelischen Kirchenkreises Siegen. Superintendent Peter-Thomas Stuberg führte die Diplom-Psychologin in ihr neues Amt ein.