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Verabschiedung aus Hilchenbach

Liebe Leser und Leserinnen,

ein Lied kommt mir in den Sinn, einst von Trude Herr aus Anlass ihrer Auswanderung für ihre Fans gesungen: 
      Niemals geht man so ganz
      irgendwas von mir bleibt hier
      es hat seinen Platz immer bei dir.

Nach 28 Jahren verlasse ich die Kirchengemeinde Hilchenbach und werde Pfarrerin der Kirchengemeinde Ferndorf. Nach über 30 Jahren geteilten Dienstes – mein Mann eine halbe Stelle, ich die andere halbe – trennen sich unsere beruflichen Wege und wir werden beide jeweils eine volle Stelle übernehmen: mein Mann in Hilchenbach und ich in Ferndorf.

Bereits seit dem 1. April diesen Jahres habe ich um eine halbe Stelle aufgestockt, um die pfarramtliche Versorgung in der vakanten Kirchengemeinde Ferndorf wahrzunehmen. Im Laufe dieser Zeit bin ich dort von vielen Seiten gefragt worden, ob ich nicht ganz nach Ferndorf kommen möchte. Mein Mann und ich haben das reichlich überlegt, und am Ende steht nun die Entscheidung, mich für die letzten Berufsjahre noch einmal zu verändern und mich neuen Herausforderungen zu stellen. Abraham war auch schon alt, als Gott ihn in ein neues Land rief.
        Niemals geht man so ganz.

Im Rückblick auf die Hilchenbacher Zeit wird mir bewusst, wie viele Jahre das sind und was alles geschehen ist. Unsere Jungs sind hier geboren, unsere Kinder hier groß und erwachsen geworden. Generationen von Konfirmanden und Kindergottesdienst–Kindern habe ich erlebt, irgendwann ehemalige Konfirmanden getraut und ihre Kinder getauft. Arbeitsfelder haben sich verändert, z.B. wenn ich an das Konfi–Camp denke. Familien habe ich über lange Zeiträume begleitet. „Niemals geht man so ganz – irgendwas von mir bleibt hier.“ Genauso ist das auch für mich. Herzblut bleibt zurück.

Nun bleibe ich ja wirklich hier im Allenbacher Pfarrhaus, mit Sondererlaubnis des Landeskirchenamtes. Ich wandere auch nicht aus, wie einst Trude Herr, sondern ich bleibe in der Nachbarschaft, nur ein wenig talabwärts.

Meine Entscheidung ist eine Entscheidung für Ferndorf und nicht gegen Hilchenbach. Die Zeiten waren im Rückblick gesehen nicht immer einfach, aber noch nie so friedlich wie jetzt. Ich danke allen, die mit mir in der Gemeinde mitgearbeitet haben....  Ohne Euch wäre gar nichts gegangen ...  Danke für alle Unterstützung und alle Fürbitte. Meinem Presbyterium habe ich manchen steinigen Weg abverlangt und zugemutet. Ich war immer stolz darauf, dass jeder von Euch sich eingebracht hat. Ihr werdet mir fehlen.

               Ich will weitergehn
               keine Träne sehn
               so ein Abschied ist lang noch kein Tod.

Ich freue mich über jede und jeden, die mich in Kredenbach und Ferndorf besuchen kommt und lade herzlich ein zu meiner Einführung
               am 3. Advent um 14:30 Uhr in der
               Laurentiuskirche in Ferndorf.

Ihre Roswitha Scheckel