Auf ein Wort . . .

Monatsspruch Dezember:

Wer im Dunkel  lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.                   
                                                                     Jesaja 50,10

Die Tage werden dunkler. Eigentlich schon von Ende Juni her, der Tag- und Nacht-Gleiche, aber jetzt am Ende des Jahres spürt man das deutlicher: Mehr Dunkel als Licht, mehr Nacht als Tag. Das geht bis zum 21.12. so, der längsten Nacht des Jahres, wo wir dann bald wieder die Geburt des Retters feiern in der Nacht von Bethlehem. Und wo wir Lichter anzünden in den adventlichen Tagen.

Das Dunkel kennen wir nicht nur jahreszeitlich. Manchmal fällt es einfach über uns her. Verdunkelt unseren Glauben, unsere Hoffnung, unsere Liebe. Eine schlecht Diagnose beim Arzt kann so etwas bewirken. Oder gescheiterte Pläne, zerbrochen Hoffnungen: da hat man sich abgemüht, gebangt und gehofft, manches versucht, und am Ende: Nichts! Nichts gewonnen, nicht erreicht, alles umsonst. Dunkelheit zieht sich zusammen über uns. Und manchmal sind es auch die Umstände, die Zeiten, in denen wir leben. Die Probleme werden größer und die Lösungen scheinen weit weg. Was soll nur werden?

Als der Prophet Jesaja vom Dunkel sprach, da war es eine geschichtlich dunkle Zeit. Das Volk Israel, das Gottesvolk, musste 40 Jahre in der Gefangenschaft leben, weit weg von Heimat und Tempel. An den Wassern Babylons saßen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten – so ein Trauerlied, ein Psalm aus dieser Zeit. Er zeigt, dass das persönliche Ergehen und Erleiden mit der Situation zusammenhing.

Doch Jesaja spricht von Hoffnung, von Licht: Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet – der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.

Wenn kein Licht am Ende des Tunnel mehr zu sehen ist, man „kein Land“ mehr sieht, einem alles über den Kopf wächst – dann soll man auf Gott vertrauen, seinen Gott. Gut, einen Gott zu kennen, und nicht nur die eigenen Möglichkeiten. Gut zu wissen, wer Gott ist und wie er heißt: Ich bin da! Gott ist auch im Dunkel da, wenn kein Licht mehr leuchtet. Und er hilft, er rettet.

An Weihnachten werden wir es wieder feiern: Weil Gott in tiefster Nacht erschienen.....

Und auch da wurde der Name des Herrn gültig gegeben: Jesus – Jehoschua – Gott rettet. Das ist Gottes Programm, uns aus dem Dunkel zu holen: anders als gedacht, und doch mächtig und nachhaltig und ewig. Wir können auf Gott vertrauen.

Vielleicht sehen wir uns in einem der vielen Gottesdienste zu Weihnachten oder dem Jahreswechsel!

Ich wünsche ihnen viel Licht in dunklen Tagen, eine gute Adventszeit, ein schönes Fest und Gottes Geleit auch im neuen Jahr!

Hans-Jürgen Uebach, Pfr.