Auf ein Wort . . .

Während der neue Gemeindebrief entsteht, ist es Frühling geworden, die Löwenzähne blühen wieder, die Blätter sprießen. Wenn der Gemeindebrief ausgeteilt wird, geht es bald in den Sommer. Das klingt nach langen Abenden hinterm Haus, nach Grillduft, nach Ferien, Schwimmbad, Ausflügen und Reisen. Sommer, das ist eine schöne Zeit, eine Zeit der Fülle. Viel Licht, viel Wärme, viel Leben.

Und mittendabei: Die Bienen. Unermüdlich beim Sammeln von Nektar. Egal, ob Sie Bienen mögen oder gerne darauf verzichten würden, sie sind einfach unverzichtbar. Ohne Bienen nicht nur kein Honig, sondern auch keine Befruchtung, keine Früchte an Büschen und Bäumen und Blumen. Bienen sind ein wichtiges Glied im Ökokreislauf. Doch Krankheiten, eingesetzte Gifte, der Rückgang der Artenvielfalt bei den Blumen – vieles macht den Bienen zu schaffen. Und die westliche Honigbiene ist stark auf dem Rückzug. In Ihrem Roman „Die Geschichte der Bienen“ schreibt die Norwegerin Maja Lunde auch über eine Zeit, in der es keine Bienen mehr gibt und wo die Menschen, genauer Kinder, weil die kleiner sind, das Bestäuben übernehmen müssen und aufpassen, dass die filigranen Äste und Blüten nicht zerbrechen. Eine unerfüllbare Aufgabe. Gut, wer da heute ein Herz für die Bienen hat. Zur Zeit der Bibel waren die Bienen noch nicht bedroht. Man freute sich an der Süße des Honigs. Davon redet auch der Monatsspruch von Juni, wenn auch im übertragenen Sinne:

„Freundliche Reden sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“                       Sprüche 16,24

In Zeiten, in denen es nicht viel Süßes gab, war der Honig – Honigseim, wie er so einfach aus den Waben fließt – eine herrliche Abwechslung im Speiseplan, und durchaus auch gesundheitsfördernd. Freundliche Reden sind wie Honigseim – ermuntert der Weisheitslehrer. Süß und heilsam für Seele und Glieder. Eigentlich ist das doch schon längst unsere Erfahrung. Freundlichkeit hilft weiter, tröstet, heilt. Unfreundlichkeit dagegen schließt Türen, lässt Kälte aufziehen. Mit freundlichen Reden macht man Dinge gut, mit unfreundlichen macht man Dinge kaputt. Soll mein Gegenüber gesunden an seiner Seele – und wie viele sind heute krank daran, soll er wieder geheilt werden und mitgehen, mitanpacken, mitmachen – dann helfen nur freundliche Reden weiter. Also: Wie reden wir miteinander? Freundlich oder im Gegenteil? Weiterkommen tun wir nur mit der Freundlichkeit und erweisen uns darin als Kinder Gottes, der bekanntermaßen ja auch seine Sonne scheinen lässt über Gerechte und Ungerechte, Gute und Böse. So wünsche ich Ihnen schöne Sommertage, gerade draußen in der Natur, ich wünsche gute Gespräche mit vielen freundlichen Worten, und gute Erfahrungen vom Heilwerden an Seele und Gleidern. Und vielleicht sehn wir uns ja hier oder da im Gottesdienst!

Hans-Jürgen Uebach, Pfr.