Gemeindeversammlung Protokolle

Protokoll der Gemeindeversammlung
vom 5. Juli 2018

Ort:       Gemeindehaus „An der Sang“
Zeit:      19:30 bis 21:15 Uhr

Hans-Jürgen Übach begrüßt die anwesenden Gemeindemitglieder mit einer kurzen Andacht.

TOP 1
Wahl des Versammlungsleiters und des Protokollanten

Martin Debus wird als Versammlungsleiter gewählt, Marion Wabner als Protokollantin.

TOP 2
Veränderungen bei den Pfarrbezirksgrenzen,  Konfirmandenunterricht, Besuchsdienst, Regionale Beratung in der Region 7, Ausblick „2025“

Hans-Jürgen Übach berichtet, dass durch die Pensionierung von Rüdiger Schnurr und die Reduzierung der Pfarrstellen um eine halbe Stelle eine Neufestlegung der Pfarrbezirksgrenzen erforderlich wurde. Nach dem Beschluss des Presbyteriums gibt es nun statt drei wieder zwei Pfarrbezirke: Nord und Süd, wie schon vor 1970. (Genaue Aufteilung der Bezirke siehe Gemeindebrief 06-08/2018, Seiten 4 und 5.)

Hans-Jürgen Übach ist bis Ende August noch mit halber Stelle in Dahlbruch tätig und wird danach wieder seinen vollen Dienst in Hilchenbach leisten (Einführungsgottesdienst am 2. September 2018 in Hilchenbach).

Die Katechumenen/Konfirmanden werden seit letztem Jahr auf zwei (statt bisher drei Gruppen) aufgeteilt. Die bisherigen Erfahrungen sind gut. Die Teamer und Trainees machen weiter und fahren auch dieses Jahr wieder in großer Zahl mit zum Konfi-Camp.

Die bisherigen Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst der Gemeinde machen weiter.

Die Kirchenkreis-Region „7“, zu der alle Gemeinden in Hilchenbach und Kreuztal gehören, erhält seit 2007 eine Beratung im Hinblick auf die bevorstehenden und aktuellen Veränderungen. Ausblick:  Im Jahr 2025 sind im Kirchenkreis 40 Prozent der derzeitigen Pfarrer in den Ruhestand gegangen sein. In Hilchenbach ist dann noch Andreas Weiß im Dienst. Möglicherweise wird langfristig noch eine halbe Stelle gestrichen. Wegen des bekannten Mangels an jungen Pfarrern besteht grundsätzlich die Schwierigkeit, Stellen neu zu besetzen.

Die beiden Zentren in der Region 7 werden Kreuztal und Hilchenbach sein. Hans-Jürgen Übach weist darauf hin, dass man zunehmend die ganze Region im Blick haben muss. Schon heute klappt die Zusammenarbeit der Pfarrer gut, z. B. Vertretungsdienste während Konfi-Camps und in Urlaubszeiten. Zukünftig werden noch mehr Absprachen bezüglich der Urlaubsplanung in der Region erforderlich.

Im Herbst 2018 findet eine gemeinsame Presbytertagung der Gemeinden der Region 7 statt. Zu einer „Open Space“-Veranstaltung werden Interessierte am 10. November nach Ferndorf eingeladen. Ziel ist die Sammlung von Ideen und der Austausch miteinander.  Die Themen gehen anschließend in die Presbyterien.

AUSSPRACHE zu TOP 2: keine Beiträge

TOP 3
Veränderungen bei den Gottesdiensten (Reduzierung der Anzahl, Dorfgottesdienste, Festtagsgottesdienste, Änderungen der Zeiten und Formen)

Herbert Scheckel erklärt, dass die Beschlüsse des Presbyteriums bezüglich der zukünftigen Gottesdienst-Landschaft auf der Basis von zwei Prämissen getroffen wurden:

1. Ein Pastor weniger (1/2 Stelle, aber eine ganze Person)

2. Wir wollen uns zentralisieren.

Laut Presbyteriumsbeschluss ist zukünftig die Stadtkirche das Gottesdienstzentrum.

  • Die Zahl der Gottesdienste in den Ortschaften wird zurückgefahren: Es gibt keine monatlichen Dorfgottesdienste mehr; Sondergottesdienste (etwa insgesamt 12 pro Jahr) finden jedoch weiter auch auf den Dörfern statt.
  • In Lützel bleibt es in 2018 beim Gottesdienst am 3. Sonntag im Monat.
  • In der Stiftskirche gibt es inden Sommerferien 2018 keinen Gottesdienst, danach am 1. Sonntag des Monats (Ausnahme 2. Sept., Einführungsgottesdienst in Hilchenbach). Ab 2019 gibt es wahrscheinlich keine Erwachsenen-Gottesdienste mehr dort. Über einen Umzug des Kindergottesdienstes ist laut Herbert Scheckel noch nicht entschieden.
  • Die Gutenabendkirche (bisher immer am 3. Sonntag im Winterhalbjahr in der Stiftskirche) findet im Oktober in der Stadtkirche statt, zum Ende des Mondschein-Marktes. Im November ein letztes Mal im Stift, mit dem traditionellen Basar. Der Umzug ab Dezember 2018 nach Hilchenbach ist vom Mitarbeiterteam entschieden.

Der traditionelle Sonntagmorgen-Gottesdienst um 10:00 Uhr scheint nicht mehr den Zuspruch aller Generationen zu finden. Daher gibt es Überlegungen, auch Gottesdienste zu anderen Uhrzeiten und an anderen Wochentagen zu halten. Auch Gottesdienste, die sich an konkrete Gruppen richten, werden gut angenommen.

AUSSPRACHE zu TOP 3:

  • Rückfrage wegen der Zukunft der Kindergottesdienste, speziell Helberhausen und Allenbach: Herbert Scheckel betont die Bedeutung der Kindergottesdienste. Ein Umzug der Gruppen geschieht Schritt für Schritt; hier ist langfristig noch keine Entscheidung getroffen. In Allenbach hängt diese Frage auch mit dem Thema „Mietzahlung Stift“ zusammen.
  • Hinweis auf das Ende einer 800-jährigen Gottesdiensttradition im Stift. Herbert Scheckel stimmt zu, dass dieser Schritt - auch für ihn persönlich - sehr schwerwiegt und schwerfällt. Die Nutzung als Traukirche und Schulkirche ist weiterhin gegeben.

TOP 4 a
Veränderungen bei der Gebäudestruktur: Konzentrierung in der Mitte Hilchenbachs

Roswitha Scheckel fasst den Hintergrund der Planungen zur Änderung der Gebäudestruktur zusammen: Die Zentralisierung  wurde beschlossen wegen der personellen Veränderungen und im Hinblick auf eine solide finanzielle und zukunftsorientierte Aufstellung. In diesem Zusammenhang ist die Gebäudefrage ein Punkt eines Gesamtkonzeptes, zu dem auch im Presbyterium kontrovers diskutiert wurde.

Bezüglich der geplanten Baumaßnahmen am Kirchplatz schildert sie den chronologischen Werdegang seit der Vorstellung in der letzten Gemeindeversammlung: Landeskirchliche Bauberatung, Vorstellung der Planungen bei der Stadt Hilchenbach, Genehmigungsverfahren Denkmalamt Münster, parallel Artenschutz-Untersuchung, Verabschiedung der Gesamtkonzeption durch das Presbyterium und Einreichen beim Landeskirchenamt in Bielefeld, Bestätigung aus Bielefeld, Erhalt der Genehmigung vom Denkmalschutzamt; Bestätigung des Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschusses zum Eintritt in das Baugenehmigungsverfahren.

Intern gab es zwei Treffen mit Abgeordneten der Gruppen der Gemeinde. Daraus sind vier kleine Arbeitsgruppen entstanden, die spezielle Themen wie Technik, Akustik, Wände/Böden und Möblierung begleiten werden.

Roswitha Scheckel berichtet, dass der bei der letzten Gemeindeversammlung gezeigte Vorentwurf im Verlauf dieser Prozesse in einigen Punkten geändert wurde. Z. B. ergab sich beim Treffen der Gruppen, dass einigen der große Saal zu klein war, daher Erweiterung um ca. 20 qm).

Architekt Matthias Krämer stellt anhand von Folien den Vorentwurf „Umbau und Erweiterung Gemeindezentrum, Version 8“  (siehe Anlage 1 zum Protokoll) vor, ergänzt durch 3D-Ansichten, die einen Eindruck zur optischen Wirkung des Gebäudeensembles geben.

Aufgrund der vier baulich völlig unterschiedlichen vorhandenen Gebäude hab man sich für eine abstrakte, zurückhaltende Bauweise des Neubaus entschieden hat. Hierbei waren verschiedene Vorgaben aus Sicht des Denkmalschutzes zu berücksichtigen, z. B. Aufnehmen vorhandener Fluchten. Neue Materialien nehmen das vorhandene auf; z. B. Bruchsteine als Bauelement der Kirche finden sich in der Verkleidung von Wänden wieder. Die Bauweise ist offen; eine „Wandelhalle“ vor den Sälen und veränderbare Raumaufteilungen bieten viele Möglichkeiten. Barrierefreiheit ist selbstverständlich überall umgesetzt. Die Toilettenanlage lässt sich so abtrennen, dass z. B. bei Veranstaltungen/Konzerten in der Kirche nur dieser Bereich von außen zugänglich ist.

Die Gesamtkosten gemäß Entwurfsversion 8 betragen ca. 1,6 Mio. €. Die Preissteigerung in Höhe von rund 300.000 €  gegenüber der vorherigen Planung ist u. a. begründet durch Umsetzen von Vorgaben der Denkmalbehörde und damit höhere Qualität der Materialien sowie die allgemeine Preissteigerung gemäß Baupreisindex.  Wie bisher sind die Kosten für Außenanlagen, Anbindung an die bestehenden Gebäude und Parkplätze enthalten, nicht jedoch für Renovierung der alten Gebäude.

AUSSPRACHE zu TOP 4 a:

  • Rückfrage wg. der Wahl eines Flachdachs mit Hinweis auf Gefahr der Undichtigkeit und Folgekosten: Aus gestalterischen Gründen Entscheidung für Flachdach. Heutzutage unproblematisch, da Baumaterialien besser sindals früher. Evtl. noch Dachbegrünung.
  • Frage zu Raumkapazität der Säle: Großer Saal: 108 Plätze bei Kinobestuhlung, 100 Plätze an Tischen.Kleiner Saal: 66 Plätze bei Kinobestuhlung, 64 Plätze an Tischen. Verbindung und Öffnung zum Wandelgang jeweils möglich, siehe Detailplanung.

TOP 4 b
Finanzierungsmodell

Dieter Viehöfer stellt anhand einer Folie das aktuelle Finanzierungsmodell für die Gesamtkosten von 1,6 Mio. EUR vor. Es entspricht im Wesentlichen dem im Sondergemeindebrief von Sept. 2017 (Seite 16) vorgestellten Modell. Wegen der Kostensteigerung von 300.000 EUR liegt der Zuschuss des Kirchenkreises nun bei 225.000 EUR (bisher 195.000 EUR) und der Einsatz vom Eigenkapital/Kontoguthaben bei 575.000 EUR (bisher 305.000 EUR).

Es gibt mögliche weitere „finanzielle Bausteine“, die bei diesem Modell noch nicht berücksichtigt sind: Zinsloses Darlehen des Kirchenkreises in Höhe von 200.000 EUR, Spenden, Eigenleistung, Verkaufserlös Kapellenschule Helberhausen.

Dieter Viehöfer verweist nochmals auf die positiven finanziellen Folgewirkungen der Reduzierung des Gebäudevolumens der Gemeinde (dargestellt im Sondergemeindebrief Sept. 2017, Seite 15).

AUSSPRACHE zu Top 4 b:

  • Frage nach zukünftiger Finanzierung notwendiger Reparaturen an den bestehenden Gebäuden: Weiterhin ist sichergestellt, dass ca. 50.000 EUR jährlich für Instandhaltung zur Verfügung stehen.
  • Frage nach Kosten für Mobilar, Technik etc. für den Neubau: Sind grundsätzlich in der Kostenrechnung enthalten, zusätzlicher Puffer siehe o. g. „finanzielle Bausteine“ plus Unterstützung durch Kirchbauverein.
  • Frage nach notwendigen Investitionen in Wohnung im Pfarrhaus, bevor man diese vermieten kann: Kosten hierfür werden so gering wie möglich gehalten.

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WEITERE BEITRÄGE aus der Gemeindeversammlung:

  • Anmerkung, dass für die Belange der Gruppen die Planung der Räume ausreichend ist, aber zukünftig Einschränkung bestehen in der gleichzeitigen Durchführung von z. B. Jungschar und Beerdigungs-Kaffeetrinken.
  • CVJM-Vorsitzender Roger Heinrich bestätigt, dass in der Planung die Bedarfe aller Gruppen berücksichtigt wurden. Diese wären gerne früher in den Dialog eingestiegen. Ist persönlich mit jetzigem Planungsstand zufrieden und freut sich auf das neue Gemeindehaus. Hat Sorge wegen der Jungschar in Helberhausen.

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Der Versammlungsleiter dankt den Anwesenden für den guten Verlauf der Versammlung, die sachlichen Beiträge und hier und da auch kritischen Anmerkungen.

Hans Jürgen Übach bemerkt, dass man eventuell im Jahr 2019 mit den Bauarbeiten am Kirchplatz beginnen und im Jahr 2020 einziehen kann. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Er beschließt die Versammlung mit einem Gebet und einem Segen.

Marion Wabner
Protokollführerin

Anlage 1: Vorentwurf „Umbau und Erweiterung Gemeindezentrum, Version 8“ (Architekt Krämer)

Anlage 2: Übersicht Finanzierungsmodell (Folie D. Viehöfer)