Auf ein Wort . . .

Monatsspruch September:

„Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk,
das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“

Prediger 3, 11

„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.“ - So beginnt Rainer Maria Rilke sein Herbstgedicht. Ein großer, ein heißer Sommer war es. Und während die einen froh sind, dass die heißen Tage nicht mehr sind, trauern die anderen ihnen wehmütig hinterher.

Ja, Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit – so resümiert der Prediger, nachdem er neben der Schönheit auch  die Mühsal wahrgenommen hat: „Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen.“ Ja, so gehört es wohl immer zusammen: die Arbeit, die Mühsal des Lebens, und genauso die Schönheit ringsum, und auch die Ewigkeit, von der wir eine Ahnung im Herzen haben.

Vielleicht hatten Sie im langen Sommer auch Gelegenheit, der Schönheit nachzuspüren. Ich z.B. habe hunderte Blumen und Blüten gesehen, Schmetterlinge und Bienen bewundert, Landschaften und Wälder, aber auch Menschen, die spielten und sangen und Musik machten.

Manchmal muss man sich aufmachen, um die Schönheit zu sehen, und manchmal muss man nur die Augen aufmachen. Eine gute Hilfe dabei sind kleine Kinder, die durch ihren kleinen Wuchs näher am Boden sind und mit ihrer Neugier auf die Welt so manchen schönen Stein oder Käfer entdecken. Sehhilfe für uns Erwachsene, manchmal besser als eine Brille.

Und dann die Ewigkeit im Herzen. Ja, ziemlich materiell geht es zu in unseren Zeiten, und doch spüren wir, dass uns das

nicht satt macht. Mehr muss es geben, mehr Leben! Ja, Ewigkeit. Nichts ist ewig hier auf Erden, doch Gott ist ewig. Er in seiner Ewigkeit hat uns diese Ahnung ins Herz gelegt. Ein neues, weites Land tut sich da auf. Jesus, Gottes Sohn und unser Bruder hat uns Einblicke gegeben in dieses neue Land, wo das Leben stärker ist als alle Mühsal oder Krankheit. Ja, sogar stärker als der Tod. Wenn wir Ende November wieder unserer Toten gedenken, so haben wir Trost in seiner Auferstehung und Ewigkeit.

„Nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende“

- so der weise Prediger zuletzt. Ja, vieles wissen wir nicht und verstehen wir nicht. Können nicht ergründen, was Gott tut. Und doch haben wir inzwischen, durch Jesus, ein Stück besser verstanden, was Gott getan hat. Aber: Alles verstehen werden wir erst in der Ewigkeit bei Gott.

Und hier und jetzt können wir leben, fröhlich sein und uns gütlich tun, essen und trinken und guten Mutes sein und gottesfürchtig – wie der Prediger nachher als Fazit seiner Überlegungen schreibt. So wünsche ich allen nach der Sommerzeit nun gute Herbstzeit, die ja auch Erntezeit ist, und vielleicht auch geistliche Erntezeit. Ich lade Sie ein zu unseren Gottesdiensten und anderen Aktivitäten, von denen Sie im Gemeindebrief  lesen können.

So sehen wir uns. Bis bald!

Hans-Jürgen Uebach