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Auf ein Wort . . .

Komm, Heiliger Geist, erfülle unsere Herzen!

Pfingsten ist ein wunderschönes Fest. Da passt vieles zusammen: Die Natur um uns herum freut sich und erblüht in ihrer Kraft. Der Mensch genießt das Leben – in diesen Wochen ist es einfach leichter.

Wir treffen uns gerne und haben viel zu erzählen und zu feiern.

Mitten in dieser schönen Zeit liegt das Fest des Heiligen Geistes und des Geburtstages der Kirche.  Allein schon die Erzählung vom ersten Pfingstfest ist begeisternd: Die kleine Schar der Freunde von Jesus war am Warten; vor seinem Abschied von ihnen hatte Jesus ihnen etwas zugesagt, aber eigentlich wussten sie nicht, wie es mit ihnen weitergehen sollte. Und so fühlten sie sich ein Stückweit auf dem Abstellgleis und orientierungslos.

Da passierte das, was man mit Worten nicht wirklich beschreiben kann: Vom Himmel her kam plötzlich eine starke Bewegung über sie, die sie einfach mitriss: der Sturm der Kraft Gottes, das heftige Drängen des Heiligen Geistes, die Macht des pfingstlichen Aufbruchs, die durchschlagende unbändige Freude an Gott – das Leben der Jünger wurde von höchster Stelle übernommen und auf die Überholspur gesetzt – anscheinend dann auch unwiderstehlich für die, die sie hörten und erlebten, so dass die Gemeinde, die da entstand, in kürzester Zeit in die Tausende Mitglieder ging – der Beginn der größten Glaubensbewegung auf Erden.

Auch wenn nun die Zeit ins Land ging und damit auch manches von der ersten Begeisterung verloren wurde – der Zauber dieses Anfangs blieb. Die Christen haben den Glauben vertieft und uns Anleitung gegeben, dran zu bleiben an diesem Zauber, in der Nähe Gottes zu bleiben, auch im Alltag und in der Überfülle der Eindrücke. In der Nähe Gottes zu bleiben und dem Einfluss Seines Geistes gegenüber völlig offen zu sein, das schafft kraftvolles christliches Leben. Aber es braucht Mut und klare Entscheidungen von uns. Nämlich:

Du und Dein Wollen und Empfinden, lass es weniger werden. Und IHN lass mehr werden. Wo Du mehr auf IHN hörst und IHM immer mehr Raum in Deinem Leben überlässt, da wird Dein Leben heil und geführt und zufrieden und erfüllt. Eigentlich willst Du das, wenn Du von Herzen Christ bist. Also: Lass los!

Deshalb sprachen die Väter unserer Kirche den Heiligen Geist persönlich an und gaben ihrer Sehnsucht, dass ER ihr Leben heiler und heiler macht, in Wort und Lied Ausdruck: Komm, Heiliger Geist, erfülle unser Herz, kehr bei uns ein, lass uns deine Wohnung sein. Und gleichzeitig wünschten sie sich, dass ER an ihnen und durch sie wirkt, dass ER Menschen aus Bequemlichkeit und Furcht und aus so mancher Sackgasse herausholt, bei ihnen neue Glaubens–Ideen zündet und sie lehrt, IHM zu vertrauen, auch wenn’s düster aussieht.

Dieses Gebet und diese Haltung der Offenheit dem Geist Gottes gegenüber können wir einüben, vielleicht sollten wir es sogar – bei all dem, was ständig auf uns einstürmt. Wir werden es erfahren: Der Heilige Geist kommt. Erst sanft, dann immer stärker. Er mobilisiert ungeahnte Reserven von Kraft und Lebensmut, und wir werden das alte Wort wieder mit Leben füllen können: Die Freude am Herrn ist eure Stärke (Nehemia 8,10).

Deswegen:
O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein. Verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, dass jeglicher (noch) getreuer den Herrn bekennen kann.

Eine gesegnete und kraftvolle Zeit wünscht von Herzen
Herbert Scheckel